15th Korean Film Festival Frankfurt

Seid ihr gespannt auf das 15th Korean Film Festival Frankfurt? Vom 20. – 25. Oktober 2026 heißt euch Project K e. V. wieder in den Frankfurter Kinos willkommen. Sechs Tage lang erwartet euch eine spannende Reise durch die Welt des koreanischen Films, begleitet von einem vielfältigen Kulturprogramm, das euch die koreanische Kultur auch abseits der Leinwand näherbringt.

15th KFFF Merchandise

Unseren Merchandise könnt ihr während des Festivalzeitraums in unseren Spielstätten erwerben. Leider können wir allerdings nur Barzahlung annehmen!

Dienstag 20. Oktober: Cinestar Metropolis ab 18:00 Uhr 
Mittwoch 21. - Sonntag 25. Oktober: Eldorado Kino während der Filmvorführungen 
Samstag 24. Oktober: jugend-kultur-kirche sankt peter ab 12 Uhr

Den Merch bekommt ihr wie immer an unseren Infoständen ✨

Das diesjährige Festivalthema

Unser thematischer Fokus zum 15. Jubiläum des KFFF: 정 (Jeong)

Wenn ihr hundert Menschen nach der Bedeutung von 정 (Jeong) fragt, werdet ihr vermutlich hundert unterschiedliche Antworten erhalten. Das koreanische Wort Jeong beschreibt eine tiefe und emotionale Verbundenheit – ein Gefühl, abstrakt und oft unauffällig, ein Begriff für etwas, das man nicht bewusst wahrnimmt, obwohl es stets präsent ist.

Das Konzept von Jeong ist fest in der koreanischen Kultur und Gesellschaft verankert und steht für ein kollektives Verständnis sozialer Verantwortung. Vielleicht ist euch schon einmal aufgefallen, dass Koreaner*innen einander mit der Frage „Hast du schon gegessen?“ begrüßen. Diese Floskel bringt mit wenigen Worten die Sorge um das Wohlbefinden des Gegenübers zum Ausdruck. Es ist eine kleine Geste der Empathie, die unausgesprochen signalisiert: Ich lasse dich nicht hungrig gehen. Jeong ist der Klebstoff, der Beziehungen zusammenhält – nicht etwas, das man findet, sondern etwas, das man lebt und das sich über Zeit entwickelt. Mit Jeong lässt sich eine gewisse Art von Wärme, Selbstlosigkeit sowie Fürsorglichkeit beschreiben, die sich nicht nur durch große Gesten, sondern auch durch kleine Aufmerksamkeiten und Zuneigung ausdrückt.

Warum haben wir für die 15. Ausgabe unseres Festivals einen Begriff gewählt, der weder leicht zu übersetzen noch eindeutig zu definieren ist? Der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet, und von jeder Person anders erlebt und gelebt wird?

Mit diesem Thema möchten wir euch in unserer Jubiläumsausgabe zum Austausch einladen – mit uns, mit anderen Besucher*innen und natürlich mit unseren Festivalfilmen. Schließlich schaffen es Filme auf eine besondere Art, uns in nur zwei Stunden Geschichten über Menschen zu erzählen, die wir zuvor nicht kannten und deren Schicksal uns plötzlich am Herzen liegt. Filme funktionieren nur über emotionale Verbundenheit. Und unsere südkoreanischen Festivalbeiträge haben alle dieses gewisse Etwas – sie haben Jeong. Sie lassen uns spüren, was wir nicht beschreiben oder definieren können. 

Unser Festival existiert bereits seit 2012. Das ist eine lange Zeit, in der Verbindungen entstanden sind. Eine Zeit, die aber auch Veränderungen mit sich gebracht hat. Filmtrends kommen und gehen, Spielorte verändern sich und trotzdem sind wir als Festival bestehen geblieben und gewachsen. In dieser langen Zeit ist sowohl zwischen unseren Mitgliedern als auch mit unseren Besucher*innen eine Verbundenheit entstanden, die zu einem wichtigen Fundament unseres Filmfestivals geworden ist. Darüber hinaus hat sich auch eine enge Bindung zu der koreanischen Filmwelt entwickelt, die unser Programm und unsere Leidenschaft nachhaltig prägt. 

Für ein paar Tage könnt ihr euch erneut mit unserem Festival vertraut machen: Filme schauen, am Kulturprogramm teilnehmen und Menschen treffen. Und auch wenn der Abspann läuft und nach dem Festival die Poster wieder abgehängt sind, bleibt dieses Gefühl von Verbundenheit bestehen – und vielleicht führt es euch auch im nächsten Jahr wieder zu uns.

Text: Stephan Fasold, Berna Batuman


Retrospektive 15th KFFF: Untote from Outer Space - Hoch lebe das südkoreanische Genrekino

DE

Dieses Jahr blicken wir auf 15 Jahre unserer Festivalgeschichte zurück und präsentieren euch drei Filme, die 2026 ihr zehnjähriges Jubiläum feiern: The World of Us von YOON Ga-eun, Train to Busan von YEON Sang-ho und The Wailing von NA Hong-jin. Im Rahmen einer thematischen Retrospektive wollen wir hier die Gelegenheit nutzen, die zwei Klassiker des koreanischen Horrorkinos Train to Busan und The Wailing wiederzuentdecken.

Der Einfluss der beiden Regisseure und ihrer Werke auf das moderne koreanische Genrekino ist nicht zu unterschätzen. Bevor Train to Busan 2016 etwa zwölf Millionen Besucher*innen in die Kinos lockte, wartete das Zombie-Genre in Südkorea noch auf seine Wiederbelebung. Nach dem enormen Erfolg baute YEON Sang-ho das Universum zu einer Trilogie aus: Das Prequel, der Animationsfilm Seoul Station, erschien noch im selben Jahr, 2020 folgte mit Peninsula der Abschluss. Beide Filme konnten zwar nicht an den Erfolg von Train to Busan anknüpfen, doch Zombies erfreuen sich in Südkorea weiterhin großer Beliebtheit, wie das K-Drama All of Us Are Dead (2022) oder der Publikumserfolg My Daughter is a Zombie (2025), den ihr ebenfalls im diesjährigen Festivalprogramm findet, zeigen.

YEON blieb dabei dem Grundrezept von Train to Busan treu und verbindet bis heute Genrekino mit Sozialkritik, wie beispielsweise in der Serie Hellbound (2021) oder dem Film The Ugly (2025).

Auch NA Hong-jin hat sich in seiner bisherigen Filmografie dem Genrekino verschrieben. Dabei ist er zwar weniger produktiv als sein Kollege, aber nicht minder erfolgreich: Bis heute wurden alle seine Langfilme bei dem renommierten Filmfestival in Cannes gezeigt. Seinen Durchbruch feierte NA mit seinem Debütfilm The Chaser (2008), einem finsteren Kriminalthriller, der auf einer realen Mordserie basiert. Es folgten der nicht weniger grimmige Thriller The Yellow Sea (2010) und schließlich 2016 sein Horror-Epos The Wailing, ein tiefgründiges Werk, das sich mit unterschiedlichen religiösen Glaubensvorstellungen und insbesondere dem traditionellen koreanischen Schamanismus auseinandersetzt

Danach mussten Filmfans auf der ganzen Welt zehn Jahre auf ein neues Werk von NA warten. Nun kehrt er mit Hope zurück, einem Film, der ebenfalls das Attribut episch verdient. Denn diesmal kommt die Bedrohung nicht aus unserer Welt.

Auf unserem Festival habt ihr die Gelegenheit, sowohl The Wailing als auch Hope auf der großen Leinwand zu erleben. Eine Chance, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Denn nach diesem kleinen Rückblick dürfte eines deutlich geworden sein: Das koreanische Genrekino ist so lebendig wie nie zuvor.

Retrospective 15th KFFF: The Undead from Outer Space - Long Live South Korean Genre-Cinema  

EN

This year, we look back on 15 years of our festival history and present three films to you, which celebrate their tenth anniversary in 2026: The World of Us by YOON Ga-eun, Train to Busan by YEON Sang-ho, and The Wailing by NA Hong-jin. Here we want to take the opportunity to revisit the two classics of Korean horror cinema, Train to Busan and The Wailing, as part of a special retrospective.

The influence of both directors and their work on modern Korean genre cinema should not be underestimated. Before Train to Busan drew around twelve million moviegoers to cinemas in 2016, the zombie genre in South Korea had been waiting to be brought back to life for a long time. Following the film’s enormous success, YEON Sang-ho expanded its universe into a trilogy: the prequel, the animated film Seoul Station, was released that same year, while Peninsula concluded the series in 2020. Neither film managed to match the success of Train to Busan, but zombies continue to enjoy great popularity in South Korea, as demonstrated by the K-drama All of Us Are Dead (2022) and the box-office hit My Daughter is a Zombie (2025), which you can also find in this year’s festival programme.

YEON has remained true to the basic formula of Train to Busan, continuing to combine genre cinema with social criticism in works such as the drama Hellbound (2021) and  The Ugly (2025).

NA Hong-jin has likewise devoted his filmography to genre cinema. While he may be less productive than his colleague, he is no less successful: to date, all of his feature films have been screened at the prestigious Cannes Film Festival. NA made his breakthrough with his debut feature The Chaser (2008), a dark crime thriller based on a real-life series of murders. This was followed by the equally grim thriller The Yellow Sea (2010) and, finally, his 2016 horror epic The Wailing, a profound work that explores different religious beliefs and, in particular, traditional Korean shamanism.

After 2016, film fans around the world had to wait ten years for a new work by NA. Now he returns with Hope, a film that equally deserves to be called epic. This time, however, the threat does not come from our world.

At our festival, you will have the opportunity to experience both The Wailing and Hope on the big screen. A chance you should not miss. After this brief look back, one thing should have become clear: Korean genre cinema is more alive than ever.

Text: Stephan Fasold